KI-Überforderung? Der leichteste Einstieg für Selbstständige
Vielleicht geht es Dir wie vielen: KI ist überall, alle reden davon, und Du hast das Gefühl, den Anschluss zu verpassen. Gleichzeitig weißt Du nicht, wo Du anfangen sollst. Zu viele Tools, zu viele Tutorials, zu viel Lärm.
Das ist keine Schwäche. Das ist eine völlig normale Reaktion auf ein Feld, das sich jede Woche ändert. Ich nehme Dir jetzt den Druck raus.
Du musst nicht alles können
Der größte Denkfehler beim Einstieg: zu glauben, Du müsstest KI beherrschen. Musst Du nicht. Du musst sie für genau eine Aufgabe nutzen, die Dir gerade Zeit frisst. Mehr nicht.
Kein neues Tool jede Woche. Kein Prompt-Studium. Eine Aufgabe, ein Tool, ein Anfang.
Das Prinzip kennst Du vielleicht schon aus meinem Artikel über den überforderten Business-Start: Overwhelmed? So wird Dein Business-Start leichter. Bei KI gilt genau dasselbe. Klein anfangen schlägt alles auf einmal.
Dein Einstieg in drei Schritten
1. Wähle eine wiederkehrende Aufgabe.
Etwas, das Du regelmäßig machst und das Dich nervt. LinkedIn-Posts. Newsletter. Antwort-Mails. Nimm die eine, die am meisten Zeit frisst.
2. Nutz ein Tool, keine fünf.
Fang mit ChatGPT oder Claude an, beide haben einen kostenlosen Zugang, der für den Anfang reicht. Welches von beiden, ist an dieser Stelle wirklich egal. Die anderen Tools laufen Dir nicht weg, und die Rangliste, welches gerade das beste ist, ändert sich ohnehin schneller, als Du sie lesen kannst.
3. Gib der KI Kontext über Dich.
Das ist der Schritt, den fast alle überspringen, und der den größten Unterschied macht. Sag der KI, wer Du bist und wie Du klingst. Sonst bekommst Du generische Ergebnisse und bist enttäuscht.
Und schreib das nicht in jeden Chat neu. Beide Werkzeuge haben einen festen Ort dafür, und der heißt bei ChatGPT wie bei Claude Projekte.
Ein Projekt ist nichts weiter als ein Ordner für Deine Chats, an dem zwei Dinge hängen: eine Anweisung, die für jeden Chat darin gilt, und Dateien, die die KI mitlesen darf. Einmal angelegt, weiß jeder neue Chat darin Bescheid.
So legst Du Dein erstes Projekt an
In der linken Seitenleiste findest Du bei beiden Werkzeugen den Punkt Projekte und daneben ein Plus. Anlegen, Namen vergeben, zum Beispiel "Meine Texte". Fertig ist der Ordner.
Darin gibt es zwei Plätze, und diese Unterscheidung ist der eigentliche Trick.
Seitenleiste Claude
Seitenleiste von ChatGPT
Platz eins, die Anweisungen: kurze Regeln, die immer gelten.
Bei Claude heißt das Feld Anweisungen, bei ChatGPT Projektanweisungen. Hier kommt nur hinein, was in ein paar Zeilen passt:
Wer Du bist und was Du anbietest, zwei Sätze reichen
Ob Du Deine Kunden duzt oder siezt
Wie Du klingen willst, in zwei bis drei Wörtern
Welche Wörter Du nie lesen willst
Platz zwei, die Dateien: alles, was länger ist.
Claude Kontextfeld innerhalb eines Projekts
Bei Claude heißt der Bereich Kontext, bei ChatGPT liegen die Projektdateien an derselben Stelle. Hier gehören Deine Textproben hin. Nimm mindestens fünf eigene Texte, bei denen Du dachtest „ja, das bin ich", kopier sie in ein Dokument und lade es hoch. Wichtig: Es müssen wirklich Deine eigenen sein. Was schon eine KI geschrieben hat, bringt Dir Deinen Stil nicht zurück.
Das geht in beiden Werkzeugen gleich einfach: Du ziehst die Datei einmal in einen Chat innerhalb des Projekts, danach kennt sie jeder weitere Chat darin. Du musst sie nie wieder anhängen.
Und warum diese Trennung? Weil Textproben viel zu lang für ein Anweisungsfeld sind und trotzdem das Wichtigste von allem. Ein paar Absätze, die Du selbst geschrieben hast, sagen einer KI mehr über Deinen Ton als jede Beschreibung. "Locker, aber klar" behauptet schließlich jeder von sich. Wie Du das ausführlich aufbaust, habe ich hier Schritt für Schritt beschrieben: ChatGPT klingt nicht nach Dir? So lernt die KI Deinen Schreibstil.
Und woran Du merkst, dass es sitzt: Starte im Projekt einen neuen Chat und schreib nur "Schreib mir einen kurzen Post über mein Angebot". Sonst nichts. Trifft die Antwort Deine Anrede und lässt Deine Tabu-Wörter weg, hast Du es geschafft. Das war der ganze Trick, und er dauert zehn Minuten.
Warum der dritte Schritt der wichtigste ist
Die meisten probieren KI einmal, bekommen einen glatten Durchschnittstext und denken: Taugt nichts, klingt nicht nach mir. Der Fehler liegt aber nicht bei der KI. Er liegt daran, dass sie nichts über Dich weiß.
Gibst Du ihr ein bisschen Kontext über Deine Stimme, dreht sich das Ergebnis sofort.
Woran andere überhaupt merken, dass ein Text von der KI kommt und nicht von Dir, habe ich in diesem Video auseinandergenommen:
Wenn Du es gleich an einem eigenen Text ausprobieren willst: Mein kostenloser KI-Stimm-Check markiert Dir jede verdächtige Stelle. Text einfügen, Knopf drücken, fertig.
Du musst da nicht allein durch
KI-Einstieg fällt leichter, wenn Du nicht allein vor dem leeren Chatfenster sitzt. Genau dafür gibt es meine Community, die Business-Durchstarterinnen. Dort lernst Du KI von Anfang an: in Workshops, Schritt für Schritt, auf Augenhöhe und im Tempo für Einsteiger. Niemand muss so tun, als hätte er alles verstanden, und Überwältigung ist genau das, was wir vermeiden.
Und wenn Du tiefer einsteigen willst: Was eine KI-fähige Marke ausmacht, also eine Marke, mit der KI wirklich in Deinem Stil arbeitet, liest Du hier: KI-fähige Marke: Was das ist und warum Du eine brauchst.