ChatGPT klingt nicht nach Dir? So lernt die KI Deinen Schreibstil

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    Du bittest ChatGPT um einen Text für Deine Website. Und was kommt zurück? „In der heutigen digitalen Welt ist ein professioneller Auftritt wichtiger denn je."

    Bitte nicht.

    So redet kein Mensch. Du schon gar nicht. Viele Selbstständige geben an dieser Stelle auf und denken: KI ist nichts für mich.

    Schade eigentlich. Denn das Problem liegt woanders. ChatGPT weiß einfach nichts über Dich. Wer Du bist, was Du machst, wie Du klingst ... und überhaupt. Kein Wunder, dass ein generischer Durchschnittstext rauskommt.

    Die Lösung ist easy, versprochen. Kein Technikwissen nötig, kein Kurs, kein Abo. Nur ein bisschen Vorbereitung. Ich zeig Dir Schritt für Schritt, wie ChatGPT Deinen Schreibstil lernt.

    Der Plan im Überblick

    Das brauchst Du:

    • 20 bis 30 Minuten Zeit

    • Ein leeres Dokument (Word, Google Docs oder Zettel und Stift)

    • Zugang zu einem KI-Tool wie ChatGPT, Claude oder Gemini (die Gratisversion reicht für den Anfang)

    Das machen wir:

    1. 7 Fragen zu Deinem Business und Stil beantworten

    2. Die Antworten zu Deinem Marken-Spickzettel zusammenfassen

    3. Den Spickzettel der KI mitgeben

    4. Optional: den Spickzettel dauerhaft hinterlegen

    5. Texte testen und den Stil verfeinern

    Vorab noch ein ehrlicher Hinweis: Für die Schritte 1 und 2 gibt es eine Abkürzung. Mein Brand-Style-Guide Builder fragt Dich alle Punkte strukturiert ab, gibt dir Auswahlmöglichkeiten und erstellt den Spickzettel für Dich. Mehr dazu am Ende. Du kannst aber alles genauso gut von Hand machen. Der Weg ist derselbe.
    Egal wie: Du lernst dabei Deine Marke noch mal richtig gut kennen.

    Los geht's.

    Warum ChatGPT-Texte so austauschbar klingen

    Stell Dir vor, Du engagierst einen Texter. Er weiß nichts über Dich. Gar nichts. Du sagst nur: „Schreib mal einen Post über mein Angebot."

    Was liefert er? Eh klar: irgendwas Allgemeines. Hellsehen kann er nicht.

    Mit ChatGPT, Gemini und anderen Tools ist es genauso. Die Tools schreiben so, wie die meisten Texte im Internet klingen. Also: durchschnittlich. Solange Du nichts über Dich erzählst, bekommst Du einen formellen Einheitsbrei zurück, der mit Deinem persönlichen Schreibstil nichts zu tun hat.

    Grund: fehlender Kontext.

    Lösung: einmal aufschreiben, wer Du bist. Ich nenne das den Marken-Spickzettel. Den bauen wir jetzt gemeinsam.

    Schritt 1:
    7 Fragen zu Deinem Business und Schreibstil

    Beantworte die Fragen in ganzen Sätzen. So, als würdest Du einer Bekannten beim Kaffee davon erzählen.

    1. Was bietest Du an und für wen? Beispiel: „Ich bin Hundetrainerin und helfe Berufstätigen, deren Hund an der Leine zieht."

    2. Was machst Du anders als andere? Ein Satz reicht. Muss nicht perfekt sein.

    3. Duzt oder siezt Du Deine Kunden? Klingt banal. Macht aber den größten Unterschied im Ton.

    4. Wie klingst Du? Such Dir zwei, drei Wörter aus: locker, herzlich, sachlich, direkt ... So legst Du Deinen Sprachstil in Worte.

    5. Welche Wörter willst Du nie lesen? Bei mir wäre das „ganzheitlich". Und natürlich „in der heutigen digitalen Welt".

    6. Wie sieht Deine Marke aus? Farben, Schriften, Bildstil. Wenn Du die genauen Farbwerte kennst, super. Wenn nicht, reicht erstmal „dunkles Grün und Creme".

    7. Hast Du einen Beispieltext, der richtig gut nach Dir klingt? Ein Newsletter, ein Post, Deine „Über mich"-Seite. Kopiere ihn ans Ende. So ein Beispiel ist Gold wert, weil das Tool daran Deinen individuellen Schreibstil ablesen kann.

    Check: Du hast 7 Antworten in einem Dokument. Dann hast Du die wichtigste Arbeit schon erledigt. Ab hier ist alles nur noch Handwerk.

    Schritt 2:
    Bau Deinen Marken-Spickzettel

    Bring Deine Antworten in eine saubere Form. Über jede Antwort kommt eine kleine Überschrift, damit sich das Tool (und Du selbst) zurechtfindet. So sieht das beispielhaft fertig aus:

     

    MEIN MARKEN-SPICKZETTEL

    Angebot und Zielgruppe:
    Ich bin Hundetrainerin und helfe Berufstätigen, deren Hund an der Leine zieht.

    Anrede:
    Ich duze meine Kunden.

    Tonalität:
    Herzlich, direkt, mit einer Prise Humor

    Tabu-Wörter:
    „ganzheitlich", „Fellnase", übertriebene Ausrufezeichen

    Farben:
    Dunkelgrün #253c30 und Creme #fdf1df für Hintergrund

    Schrift:
    Lato

    Beispieltext:

    [Hier Deinen Text einfügen]

     

    Check: Dein Spickzettel ist gespeichert, und zwar an einem Ort, den Du wiederfindest. Das war's. Ehrlich.


    Schritt 3:
    Gib ChatGPT Deinen Spickzettel mit


    Jetzt zahlt sich die Vorbereitung aus. Öffne einen neuen Chat. Dann hast Du zwei Wege:

    Weg A: Copy-Paste

    • Spickzettel komplett markieren

    • Kopieren: Strg+C (am Mac: Cmd+C)

    • Unten im Eingabefeld einfügen: Strg+V (am Mac: Cmd+V)

    • Davor diesen Satz schreiben:

    Hier kommen die wichtigsten Infos zu meiner Marke. Halte Dich bei allen Texten in diesem Chat strikt daran, besonders an Anrede und Tabu-Wörter.

    Aufgabe: Schreib mir {Format, z.B. Instagram-Post}.
    Thema: {worum geht es}
    Ziel: {was die Leute danach tun oder fühlen sollen}
    Länge: {z.B. kurz, 3 bis 4 Sätze}

    Stell mir erst Rückfragen, wenn Dir für ein gutes Ergebnis etwas fehlt. Danach gib mir 2 bis 3 Varianten zur Auswahl.

    Solche Anweisungen an die KI nennt man Prompts. Je klarer Dein Prompt, desto besser das Ergebnis.

    Weg B: Datei hochladen

    • Die meisten KI-Tools haben im Eingabefeld ein Plus- oder Büroklammer-Symbol

    • Darüber Dein Dokument anhängen

    • Frage dazu stellen, fertig

    Beide Wege funktionieren. Und der Unterschied ist sofort sichtbar: ChatGPT spricht Deine Kunden richtig an, imitiert Deinen Ton und lässt Deine Tabu-Wörter weg.

    Ein Stolperstein noch, damit Du Dich nicht wunderst: Startest Du einen neuen Chat, ist alles wieder vergessen. Das ist normal. Für den Anfang heißt das einfach: Spickzettel jedes Mal am Chatanfang mitgeben.

    Check: Das Tool hat Dir einen Text geliefert, der schon deutlich mehr nach Dir klingt.

    Schritt 4:
    Schreibstil dauerhaft in ChatGPT und Claude hinterlegen (optional)

    Irgendwann nervt das ständige Einfügen. Mich hat es jedenfalls ziemlich abgenervt. Dafür gibt es in den großen Tools Funktionen, die Deine Infos dauerhaft speichern:

    • ChatGPT: sogenannte Custom Instructions in den Einstellungen und Projekte, in denen Du Dateien ablegen kannst

    • Claude: ebenfalls Projekte. Spickzettel einmal hochladen, und jeder Chat im Projekt kennt ihn automatisch

    • Gemini: lässt sich über gespeicherte Infos auf Dich einstellen

    Zwei Dinge solltest Du wissen:

    • Einige dieser Funktionen stecken in der Bezahlversion, zum Beispiel hängen manche an ChatGPT Plus.

    • Die Klickwege ändern sich gelegentlich, weil die Anbieter ihre Oberflächen gern umbauen. Findest Du etwas nicht, frag einfach die KI selbst: „Wo finde ich bei Dir die Projekte?" Klingt verrückt. Funktioniert aber.


    Kurzer Faktencheck, weil das oft falsch verstanden wird: Du trainierst das KI-Modell damit nicht wirklich. Du gibst ihm nur jedes Mal Deinen Kontext mit. Der Effekt fühlt sich gleich an, der Unterschied ist trotzdem wichtig.

    Und falls Du Dich fragst, ob Du Dich an ein Tool kettest: genau andersrum. Dein Spickzettel ist eine Datei auf Deinem Rechner. Wechselst Du irgendwann das Tool, nimmst Du ihn einfach mit. Mir persönlich ist das wichtig, Unabhängigkeit ist einer meiner größten Werte. Am Ende soll das Tool mit den besten Features gewinnen. Und nicht das, welches die meisten Infos von Dir hat.

    Schritt 5:
    Texte testen und den Schreibstil verfeinern

    Dein Spickzettel ist kein Dokument für die Ewigkeit. Er ist ein Werkzeug. So schärfst Du es:

    • Lass die KI Deinen Beispieltext analysieren und drei verschiedene Texte schreiben: einen Post, eine kurze Mail, eine Angebotsbeschreibung

    • Lies sie laut. Würdest Du das so sagen?

    • Achte auf Satzstrukturen und Absätze, die typisch für Dich sind

    • Wenn nicht, sag es direkt: „Zu formell, schreib lockerer und informeller." Oder: „Das Wort ‚spannend' bitte streichen."

    • Jede Korrektur, die Dir auffällt, wandert zusätzlich in den Spickzettel
      TIPP: Lass Dir von der KI sagen, wie sie den Text bzw. Schreibstil beschreiben würde und füge das dann in Deinen Spickzettel ein.

    Nach zwei, drei Wochen hast Du ein Dokument, das Deine Marke besser beschreibt als jedes Bauchgefühl. Deine Texte klingen über alle Kanäle hinweg konsistent. Und das Tool liefert Ergebnisse, die Du nur noch leicht anpasst ...

    ... statt sie komplett umzuschreiben.

     

    Die Abkürzung, falls Du sie magst

    Wie oben versprochen: Wenn Du lieber strukturiert abgefragt werden möchtest, statt vor einem leeren Dokument zu sitzen, nimmt Dir mein Brand-Style-Guide Builder die Schritte 1 und 2 ab und leitet Dich detailliert, wie Du das ganze der KI übergibst.

    Er führt Dich durch alle Bereiche Deiner Marke, von den Farben bis zur Tonalität. Am Ende bekommst Du ein PDF für Dich und eine JSON-Datei für die KI. Das ist ein Format, das ChatGPT und Co. besonders zuverlässig lesen. Alles bleibt in Deinem Browser, ohne Anmeldung und ohne Abo.

     
     

    Du hast noch kein Branding oder fühlst dich nicht wohl mit dem Jetztigen? Gerne helfe ich Dir Branddesignerin einen Markenauftritt zu schaffen, der sich 100% nach Dir anfühlt und die richtigen Kunden anzieht..

     
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