Gefühle für das eigene Branding. Echt jetzt?
Emotional Branding und warum die Liebe zum eigenen Branding der Grundstein für Erfolg ist
Marken und Emotionen sind untrennbar miteinander verknüpft, und zwar in zweierlei Hinsicht: einmal in Bezug auf die Gefühle, welche Kunden zu der Marke haben, aber auch einmal wie Sie als Selbstständiger sich in Bezug auf Ihr Branding fühlen.
Dieser Blogpost wird in die Welt von "Gefühle und Branding" eintauchen, und wie Sie das – gerade als Soloselbständiger – für Ihre Marke nutzen können und wo die Fallstricke liegen. Bereit? Los geht’s!
Einführung
Sie betreten einen Raum und Sie fühlen sich sofort wohl – ohne genau zu wissen warum. Oder Sie sehen ein Logo auf einem Produkt und verbinden es automatisch mit Qualität. Das sind keine Zufälle. Das ist die Macht des emotionalen Brandings, das unser tägliches Leben beeinflusst, selbst wenn wir es nicht bewusst bemerken. Daher gehört zu einem erfolgreichen Branding unbedingt die Definition dieser gewünschten Gefühle dazu.
1. Branding
Kurz erstmal zur Definition:
Was ist eigentlich Branding?
Das Branding kann eine Kombination aus
visuellen Elementen (Logo, Farben, Design – medienübergreifend von der Verpackung, über die Visitenkarten bis hin zum Social Media Auftritt),
Tonalität (Sprache, Schreibstil),
Produktqualität,
Kundenerlebnis und
dem Gesamteindruck
sein, den Menschen mit einer Marke verbinden. Es ist ein strategischer Prozess, der darauf abzielt, eine bestimmte Vorstellung oder Assoziation in den Köpfen der Zielgruppe zu verankern.
Wozu brauche ich ein Branding?
Ein erfolgreiches Branding hilft bei:
Wiedererkennbarkeit: Menschen sollen ein Produkt oder eine Marke aufgrund ihrer visuellen Elemente, wie Logo, Farben oder Schriftart, leicht wiedererkennen können.
Vertrauen: Eine starke Marke baut Vertrauen bei den Kunden auf, da sie Konsistenz, Qualität und Authentizität signalisiert.
Kundenbindung: Emotional aufgeladene Marken schaffen eine Verbindung, die Kunden an die Marke bindet, oft über die bloße Funktionalität des Produkts hinaus.
Differenzierung: In wettbewerbsintensiven Märkten hilft ein einzigartiges Branding, sich von Konkurrenten abzuheben und im Gedächtnis zu bleiben.
Botschaft und Werte: Branding ermöglicht die Kommunikation von Botschaften und Werten, die das Unternehmen oder Produkt repräsentieren.
Langfristige Präsenz: Ein starkes Branding trägt dazu bei, dass eine Marke im Bewusstsein der Menschen bleibt, auch über lange Zeiträume hinweg.
Also alles Dinge, die Sie in Ihrem Business unbedingt haben wollen und Sie dauerhaft an Ihr Ziel bringen wird. Die Sache ist nur die, dass die wenigsten Kleinunternehmer und Soloselbständigen am Anfang „alles“ haben und ihr Branding in seiner ganzen Vielfalt auf einmal innerhalb einer Kampagne ausrollen – sei es aus finanziellen Gründen oder weil sie einfach erstmal klein anfangen wollen. Und das ist auch völlig in Ordnung ☺️! Was jedoch absolut empfehlenswert ist, ist es eine solide Basis zu haben. Heißt: Sie wissen, wofür Sie stehen, wie Sie sich positionieren wollen und haben eine Außendarstellung, die das spiegelt. Solange dieser Schritt nicht sorgfältig gegangen worden ist, werden Sie unabsichtlich viele „Nebelkerzen“ zünden und Ihr Potential nicht zur Gänze nutzen können. Da diese strategische Komponente beim Businessaufbau gar nicht so easy allein im stillen Kämmerlein zu bewältigen ist, hilft es, sich an dieser Stelle professionelle Unterstützung zu besorgen 😉. Gerne greife ich Ihnen unter die Arme.
2. Emotionen
Ein effektives Branding geht also über das reine Logo oder Design hinaus – es dreht sich auch um die Emotionen, die eine Marke hervorruft, die Werte, die sie vermittelt, und die einzigartige Identität, die sie von anderen abhebt.
Gefühle sind der Klebstoff, der eine starke Bindung zwischen Kunden und einer Marke schafft. Wenn man eine emotionale Bindung eingeht, fühlt man sich viel eher verstanden und geschätzt. Dies schafft Vertrauen, das wiederum das Kaufverhalten auf rationaler und irrationaler Ebene beeinflusst und zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.
Marken, die es schaffen, ein besonderes Gefühl oder Erlebnis zu vermitteln, bleiben in Erinnerung haften. Konsumenten erinnern sich nicht nur an das Produkt selbst, sondern auch an die Freude, die es bereitet hat.
Der wichtigste erste Schritt im Rahmen eines erfolgreichen Brandings muss also sein, zu bestimmen, für was Sie stehen und welche Emotionen überhaupt vermittelt werden sollen.
Und genau diese Definition gibt der Gründer bzw. der Soloselbstständige vor. Entweder direkt, weil er genau weiß, wo er hinwill, sei es indirekt durch indirekte „Hinweise“, die er einem Designer innerhalb eines Markenworkshops gibt und die dann von Profis „übersetzt“ werden.
Es geht bei der Definition darum, erst einmal Begriffe zu finden, die beschreiben, was
die Essenz der Marke ist,
wie der Kunde sich fühlen soll, wenn er mit der Marke in Kontakt kommt, wenn er die Dienstleistung in Anspruch nimmt und wie er sich danach fühlt
welches Alleinstellungsmerkmal die Marke hat.
An dieser Stelle solle es nur so von Adjektiven wimmeln. Diese werden dann noch einmal verdichtet, kategorisiert und auf Stimmigkeit zueinander untersucht. Das Ergebnis gibt die Richtung vor und ist die Grundlage für jegliche Aspekte des Brandings und damit auch des zukünftigen Designs.
Emotionen durch Design transportieren
Und welche Möglichkeiten gibt es, Emotionen durch Design sichtbar zu machen? Hier ein paar Möglichkeiten, die meistens alle kombiniert werden müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.
Farben
das ist wahrscheinlich der offensichtlichste Punkt und auch ein Punkt, der sehr sorgfältig gewählt werden sollte, weil er so großen Einfluss hat. Jeder weiß, dass Grün z.B. natürlich oder organisch wirkt. Aber es macht von der emotionalen Wirkung einen Riesenunterschied, ob ich ein frisches und leuchtendes Grasgrün nehme oder ein beruhigendes pastelliges Gelbgrün. Selbst leichte Unterschiede in den Farbtönen, vor allem als Teil einer Farbpalette können sehr unterschiedliche Gefühle hervorrufen.
Formen
Perfekte Kreise haben diese beruhigende Wirkung, unregelmäßige Formen erzeugen Spannungen und Quadrate sind einfach solide. Es gibt so viele Möglichkeiten und jede Form hat ihr eigenes „Emotionsspielfeld“, oft erst auf den zweiten Blick erkennbar. Diese Formen können nicht nur beim Design, sondern auch bei Fotos eine Rolle spielen.
Anordnung und Ausrichtung der Elemente
Alles schön sortiert oder eher wild? Überlappend, ineinander verlaufend oder sauber getrennt? Hier sollte nichts dem Zufall überlassen werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Bildsprache
In den allermeisten Fällen kommt jeder einmal an einen Punkt, wo Bilder genutzt werden (müssen). Sei es auf der Website oder im Flyer. Und es macht offensichtlich einen himmelweiten Unterschied, was ich da zeige. Zufriedene Menschen oder eher den Schmerzpunkt mit offensichtlichem Leid triggern? Beruhigende schwarz-weiß Landschaften oder grelle Luftballons? Auch Illustrationen können die ganze Klaviatur von Gefühlen spielen. Denken Sie beispielsweise an die „Pril-Blume“ oder das Edelweiß vom Deutschen Alpenverein. Natürlich sollte die Bildsprache insgesamt harmonisch sein, heißt sie passt zueinander, zum restlichen Design und wird konsequent über alle Medien im gleichen Stil gehalten.
Schrift
Dass Times New Roman eher nüchtern wirkt, ist klar. Aber zum Glück gibt es jede Menge kalligrafische oder handgeschriebene Schriften für den persönlichen Touch, elegante Klassiker mit edlem Charakter, rustikale Vintage Schriften und natürlich auch moderne Schriften mit dem gewissen Extra. Mischt man zwei sehr unterschiedliche Schriften in seinen Designs entsteht oft noch mal eine ganze eigene Persönlichkeit (aber bitte nicht zu „wild“ werden, dann leidet die Konsistenz). Und jede einzelne Schrift hat einen eigenen Vibe, der dazu einlädt, eine gewisse Emotion beim Betrachter hervorzurufen.
Muster
Sie sind zwar oft nur „Beiwerk“, aber sie wirken. Egal ob dezente, geschwungenen Linien oder große geometrische Formen, bunte Blumen, handgezeichnete Pfeile oder dekorative Hintergründe. Sie hinterlassen Eindruck und können genutzt werden um einerseits einen bestimmten Vibe der Marke zu unterstreichen oder um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte zu betonen.
Hintergrund im Retrostil
moderner Hintergrund mit Verlauf
Texturen
Eine Visitenkarte mit Goldfolie, eine Broschüre mit Naturkartoneinband, eine Satinschleife an der Verpackung. Diese haptischen Eindrücke können Emotionen verstärken oder ihre ganz eigene Message übermitteln – ich erinnere mich z.B. noch genau daran, als ich meinen Apple Bildschirm ausgepackt habe. Die Verpackung war so unfassbar hochwertig und clever verpackt, dass ich dieses „Luxusgutgefühl“ hautnah spüren konnte (und die Verpackung nicht weggeschmissen habe 🤣).
Emotional Design
All diese eben genannten Designelemente beeinflussen unbewusst unsere emotionale Stimmung und wir haben noch nicht mal den Markennamen oder die Botschaft, geschweige denn inhaltliche Texte oder anderen Content definiert. Das wäre auch noch ein Punkt, der im Rahmen des Brandings behandelt werden sollte. Auch die Art des Storytelling hat großen Einfluss auf die Wirkung des Produktes und eine mögliche Kaufentscheidung.
Erfolg und das Wohlfühlen mit der eigenen Marke
Ok, mal angenommen, Sie haben Ihre Hausaufgaben gemacht und erarbeitet, was Ihre Marke ausmacht und vor allem, wie sich Ihre Kunden fühlen sollen, wenn Sie mit Ihrer Marke in Kontakt treten. Im nächsten Schritt wurde dies in Design übersetzt, heißt: all das, was bei Ihrer Marke im „Inneren“ los ist, wurde nach außen sichtbar gemacht mit sogenanntem "emotional design".
Jetzt kommt der spannende Punkt:
Wie fühlen Sie sich?
😅 Erleichtert?
✌️ Selbstbewusst?
💪 Stolz?
🤩 Voller Energie?
oder eher:
😵💫 Unruhig?
🤨 Unverstanden?
🤷♀️ Gleichgültig?
Ist das Gefühl positiv: Glückwunsch 🎉! Ihre innere und äußere Welt sind passgenau!
Ist das Gefühl negativ, ist entweder die „Übersetzung“ der geäußerten Gefühle in Design noch nicht so richtig gelungen oder es wurden Gefühle definiert, hinter denen Sie nicht wirklich selbst stehen. Also bitte noch einmal!
Ist das mit den eigenen Gefühlen denn wirklich so wichtig? Schließlich geht es doch hauptsächlich darum, dass das Design gut aussieht, oder? Ja, ein stimmiges Gefühl zum eigenen Branding ist superwichtig! Nur so ist der Grundstein dafür gelegt, dass Sie lange Freude an Ihrer eigenen Marke haben und langfristig erfolgreich sind. Der Grund:
Ein negatives Gefühl heißt im Grunde genommen auch: Sie stehen nicht 100%ig hinter dem, was Sie da verkaufen, und das merken Ihre Kunden und das schadet Ihrer Glaubwürdigkeit, da Sie nicht wirklich authentisch wirken.
Stimmen die innere und die äußere Welt nicht überein, tun sich wahrscheinlich schwer, so richtig stolz auf Ihre Marke zu sein. Dieses Gefühl des Stolzes ist jedoch ein so unglaublicher Energieschub, der Ihnen helfen wird, Ihr Unternehmen voranzutreiben. Und darauf sollten Sie nicht verzichten.
Das heißt nicht, dass das Branding nicht auch schön sein soll und darf. Was man neben den ästhetischen Aspekten im Bereich Logodesign – als Teilgebiet des Brandings – noch beachten sollte, habe ich in einem Blogpost schon einmal beschrieben, falls Sie das interessiert.
3. Herausforderungen und Risiken
Damit emotionalen Branding funktioniert, gibt es ein paar Dinge, die Sie im Hinterkopf behalten sollten. Denn Emotionen, die beim potentiellen Kunden erzeugt werden, können auch ins Gegenteil umschlagen. Im Großen und Ganzen geht es um das sensible Gut „Vertrauen“:
Versprechen müssen konsequent eingehalten werden
Eine wichtige Sache ist, dass Marken ihre Versprechen halten sollten. Es ist als wenn man einen individuellen Designerblumenschmuck beim Floristen bestellt hat und dann ein 08/15 Strauß aus der Auslage erhält. Das sorgt für Verwirrung und Enttäuschung und führt meist zur Abkehr des Kunden.
Eigene monetäre Ziele über Kundenbedarf stellen
Manchmal kann es auch sein, dass Marken versuchen, ihre Kunden mit fadenscheinigen Argumenten zu einem Kauf zu überreden, den eigentlich gar nicht sinnvoll für sie (sondern nur den Verkäufer) ist. In den meisten Fällen merkt das der Kunde auch einiger Zeit und das hinterlässt ein fades Gefühl und führt zu Vertrauensverlust.
Fehler vertuschen
Es kann auch vorkommen, dass Marken Fehler machen – wie wir alle. Aber wenn sie diese Fehler ignorieren oder vertuschen, leiden die langfristigen Beziehungen zu den Kunden. Wie in menschlichen Beziehungen ist es wichtig, Verantwortung zu übernehmen und sich zu verbessern. Auch wenn das im ersten Moment sehr schwierig ist, einen Fehler einzugestehen, so kann das im Endeffekt auch positiv für die eigene Marke sein, da sie dann menschlicher und sympathischer wirkt (sofern natürlich wirklich Verantwortung gezeigt wurde und aus den Fehlern gelernt wurde).
4. Fazit
Emotionales Branding ist sehr mächtig. Es führt zu unbewussten Kaufentscheidungen, weil es magnetisch auf die eigene Zielgruppe wirkt. Voraussetzung ist, dass das Branding strategisch angegangen wurde und im ersten Schritt genau hingeschaut wurde, wofür die Marke steht und wie sich der Kunde fühlen soll. Schafft es das Design diese Eigenschaften und Gefühle ins Visuelle zu übertragen und löst das beim Markeninhaber selbst auch positive Emotionen aus, ist die Basis für zukünftige Erfolge gelegt.
Sie haben noch kein Branding oder das Gefühl zu Ihrem Branding ist “solala” ? Dann lassen Sie uns das ändern!